Österreich schreibt Biergeschichte

Wenn einer eine Reise tut ...

1841 braute Anton Dreher in Schwechat bei Wien das erste untergärige Lagerbier der Welt.

Das Jahr 1841 wird in der Braubranche als revolutionär gefeiert – gilt es doch als Geburtsjahr des untergärigen Lager- oder Märzenbieres. Die große Entdeckung gelang dabei einem Österreicher: dem Bierpionier Anton Dreher. Er braute in Schwechat bei Wien das erste untergärige Lagerbier der Welt, welches im Anschluss seinen globalen Siegeszug antrat. Aber alles der Reihe nach.

anton dreher der aeltere kriehuber

Anton Dreher

„Du wirst nie das Bierbrauen erlernen. Toni, lass es sein!"

Anton Dreher wurde 1810 in Schwechat bei Wien als Sohn des Brauers Franz Anton Dreher geboren. Dennoch war sein Werdegang nicht von Beginn vorhersehbar, soll doch sein erster Lehrmeister Georg Meichl während seiner Ausbildung in der Brauerei Simmering zu ihm gesagt haben: „Du wirst nie das Bierbrauen erlernen. Toni, lass es sein!“ Heute wissen wir, dass dieses Urteil viel zu voreilig gefällt wurde.

Zu jener Zeit war das englische Brauwesen jenem auf dem europäischen Festland weit überlegen, nutzten die Briten doch bereits Thermometer, Mikroskope und einen Vorläufer des Saccharometers zur Bestimmung des Stammwürzegehaltes. Zudem hatten sie bereits Dampfmaschinen und kleine Kühlsysteme im Einsatz. Deshalb besuchte der junge wissbegierige Dreher neben vielen deutschen Städten und Brauereien auch das britische Königreich. Extra dafür besorgte er sich einen „österreichisch kaiserlich-königlichen Reisepass“, in welchem er als Berufsbezeichnung „angehender Braumeister“ sowie als Zweck der Reise „Ausbildung in seinem Fach“ vermerkte.

Zurück in Schwechat

Als er mit großem bierigen Wissen und noch mehr Tatendrang 1835 nach Schwechat zurückkehrte, pachtete er im Jahr darauf die kleine Schwechater Brauerei und übernahm als erster europäischer Brauer das englische Mälzungsverfahren. Im Winter 1839/40 versuchte sich Dreher dann an untergärigem Bier, das direkt von den Gärbottichen in die Fuhrfässer gefüllt und in die Keller der Wirte transportiert werden musste, da die Brauerei keine kühle Lagermöglichkeit hatte. Der neue Biertyp fand rasch Anklang in der Wiener Wirtshaus-Szene, jedoch konnte der Nachschub – aufgrund der warmen Sommermonate – erst im folgenden Herbst gebraut werden. Für den akribischen Biertüftler und Vordenker aber waren Lagerung und Reifung des neuen Bieres nicht Aufgabe der Wirte.

Eine Erfindung erobert die Welt

Er baute und mietete im Winter 1841 große Kellerräume und begann die Bierfässer mit Natureis zu kühlen. Dreher hatte das empfindliche Bier lagerfähig gemacht – das Lagerbier war erfunden. Lager- bzw. Märzenbier ist mittlerweile die meistgetrunkene Biersorte weltweit. Und noch heute erinnert die Dreherstraße im 11. Wiener Gemeindebezirk an einen der größten Braumeister aller Zeiten.

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Der Verband der Brauereien Österreichs ist die Interessenvertretung der österreichischen Brauwirtschaft im Rahmen des Fachverbandes der Nahrungs- und Genussmittelindustrie der Wirtschaftskammer Österreich.

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